Gut gewirtschaftet trotz Corona

Vizebürgermeister Rene Jäger, BGM Harald Bergmann und Stadtamtsdirektor Mario Zechner.

In der Gemeinderatssitzung vom 29. März ging es unter anderem um die Eröffnungsbilanz und um den Rechnungsabschluss 2020 aber auch um zahlreiche Bauvorhaben und Projekte. Eingeleitet wurde die Sitzung mit einer Schweigeminute für den verstorbenen Mitarbeiter Otmar Peinhopf. Nach der Fragestunde und den Mitteilungen des Bürgermeisters präsentierte die Leiterin des Wohnbauforschungsinstituts Architektin, DIin Drin Andrea Jany die Ergebnisse der Wohnbedarfsanalyse.

Wohnbau: Sanieren statt neu bauen
Die Stadtgemeinde unter Bürgermeister Harald Bergmann wollte den Leerstand und den Wohnungsbedarf in Knittelfeld ermitteln. Deshalb war das Grazer Institut für Wohnbauforschung beauftragt worden, eine entsprechende Analyse durchzuführen. In dieser Studie hatte man den Leerstand, aktuelle durchschnittliche Mietpreise, geplante Wohnprojekte sowie den zukünftigen Bedarf in der Stadt Knittelfeld untersucht. Dafür wurde auch die Knittelfelder Bevölkerung befragt. 220 beantwortete Fragebögen sind in die Auswertung miteingeflossen. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass 959 Wohneinheiten in Knittelfeld leer stehen, dass zwei Drittel der KnittelfelderInnen in Mehrparteienhäusern leben und dass vor allem größerer, attraktiver Wohnraum gefragt ist. Die bestehenden Gebäude sollten attraktiviert und aktiviert werden, Sanierungen und Instandsetzungen sind dem Neubau vorzuziehen. Die Förderlandschaft soll dahingehend verändert werden, dass Sanieren sich wieder auszahlt.

Einrichtung einer Servicestelle für Generation 50+

Die Stadtgemeinde Knittelfeld verfügt insgesamt über ein breites Versorgungsnetz und weist eine ebenso breite Angebotslandschaft für die hier lebenden älteren Bürgerinnen und Bürger auf. Diese Bandbreite an Angeboten in unterschiedlicher Trägerschaft ist jedoch nicht leicht zu überblicken. So gibt es, trotz des guten Angebots, keine Garantie dafür, dass ältere BürgerInnen über die vielfältigen Angebote in der Stadtgemeinde informiert sind und diese auch nutzen können.
Die Kommune hat sich dieser Thematik im Jahr 2020 angenommen und das Projekt „ZUSAMMENBRINGEN!“ gestartet und durchgeführt. Im Rahmen dessen wurde mit „Zebra“, dem interkulturellen Therapie- und Beratungszentrum erhoben, welche Angebote es für ältere Menschen in Knittelfeld gibt, welche noch fehlen und warum manche bestehende (bisher) nicht genutzt werden. Nach einer Umfrage sind rund 400 Antwortschreiben in der Stadtgemeinde eingegangen. Die Befragung zeigte, dass die (regelmäßige) Information über Angebote für ältere Menschen besonders wichtig ist und sich viele ältere KnittelfelderInnen eine eigene Ansprechperson für ihre unterschiedlichen Anliegen wünschen. Um diesem Bedarf nachzukommen, ist geplant, ab April eine eigene Servicestelle für die Generation 50+ zu installieren.

Eröffnungsbilanz und Rechnungsabschlusses 2020
Der Rechnungsabschluss gliedert sich in den Ergebnis-, Finanzierungs- und Vermögenshaushalt. Das abgelaufene Haushaltsjahr war gekennzeichnet von der ab Mitte März des Jahres anhaltenden Corona-Pandemie und massiven Einbrüchen bei den Ertragsanteilen gegenüber dem ursprünglichen Voranschlag von 1,228 Mio. Euro. Trotz dieser Umstände konnte die Stadtgemeinde ein beinahe ausgeglichenes Nettoergebnis sowie einen Aufbau an liquiden Mitteln im Haushaltsjahr 2020 erzielen. Der Ergebnishaushalt weist ein Nettoergebnis vor Rücklagenbewegungen von 1,167 Mio. Euro aus. Im Nachtragsvoranschlag wurde noch von einem negativen Nettoergebnis von minus 0,898 Mio. Euro ausgegangen. Die Verbesserung liegt zum Teil in höheren als budgetierten Erträgen von 0,3 Mio. Euro. Die wesentlichsten Verbesserungen stellen aber geringere als budgetierte Aufwendungen von 1,169 Mio. Euro bei den Abschreibungen sowie geringere Instandhaltungsaufwendungen von 0,452 Mio. Euro dar. Nach Berücksichtigung der Rücklagenbewegungen ergibt sich ein beinahe ausgeglichenes Nettoergebnis von minus 9.000 Euro. Im Finanzierungshaushalt werden die Einzahlungen und Auszahlungen während eines Jahres dargestellt, im Resultat hat die Stadtgemeinde Knittelfeld einen Zahlungsmittelaufbau von 1,223 Mio. Euro im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2020 erzielen können. Diese Liquiditätssteigerung steht für künftige Investitionen im Jahr 2021 und den Folgejahren wieder zur Verfügung. Der Vermögenshaushalt zeigt eine gegenüber der Eröffnungsbilanz 2020 von 100,221 Mio. Euro leicht gestiegene Bilanzsumme per 31. Dezember 2020 von 101,664 Mio. Euro.

Mountain-Biken im Murtal“
Von Bürgermeistern des Bezirkes Murtal sowie der Gemeinde Kraubath an der Mur wurde das Projekt „Mountainbike Region Murtal“ ins Leben gerufen. Dieses hat zum Ziel, bestehende Mountainbikewege neu zu beschildern, auszubauen sowie neue Strecken zu erschließen. Das Projekt „Mountainbike Region Murtal“ ist ein Leader-Projekt und es werden dafür 80.000 Euro an öffentlichen Leader-Fördermitteln zur Verfügung gestellt. Jede Gemeinde soll zudem einen Eigenleistungsanteil von 1.000 Euro aufbringen. Dies ergibt insgesamt einen Betrag von 101.000 Euro, der für die touristische Weiterentwicklung unserer Region nachhaltig eingesetzt werden kann. Hinzu kommt noch ein Eigenmittelanteil von der Leader-Region, insgesamt stehen somit 124.500 Euro zur Verfügung.

Freiwillige Feuerwehr Apfelberg, Ankauf eines Rettungsbootes
Die Freiwillige Feuerwehr Apfelberg plant schon seit längerem den Ankauf eines neuen Rettungsbootes für die Wasserrettung. Da das Einsatzgebiet die Mur ist, ist es unumgänglich, ein Rettungsboot mit möglichst geringem Tiefgang anzuschaffen. Das Boot, dass aus den USA importiert wird, kostet rund 80.000 Euro. Aufbauten in Eigenregie kommen noch mit 15.000 Euro hinzu. Mit der Anschaffung dieses Rettungsbootes wäre die Wasserrettung der Freiwilligen Feuerwehr Apfelberg bestens für alle möglichen Rettungseinsätze zu Wasser gerüstet.

Förderung der Vatertierhaltung, Ankauf eines Gemeindestiers
Im steiermärkischen Tierschutzgesetz ist auch die Förderung der Vatertierhaltung enthalten. Dort ist unter anderem geregelt, dass jede Gemeinde für je 80 deckfähige Rinder ein männliches Zuchttier bereitstellen muss. Dieser Stier wird von der Gemeinde angekauft und einem verlässlichen Halter, einem Landwirt übergeben. Das Tier befindet sich bereits beim Halter, dieser garantiert die Fütterung und die Pflege des Tieres sowie die Bereitstellung der für die Zucht erforderlichen Einrichtungen.

Sportzentrum – Sanierung der Pylonen
2018 wurde begonnen, die schadhaften Oberflächen der Sichtbetonsäulen im Sportzentrum zu sanieren. Konkret wurden die schadhaften Stellen an der Oberfläche der Pylonen mittels geeigneten Materials reprofiliert und danach die Säulen vollflächig mit einer geeigneten witterungsbeständigen Beschichtung überzogen. Heuer werden die restlichen drei Pylone generalsaniert.

Sportpoolauszahlung 2021 und Sportlerehrung
In den Sportvereinen der Stadt sind in über 30 Sparten einige tausend Sportlerinnen und Sportler aktiv tätig. Die Aufrechterhaltung des Sportbetriebes bedeutet für Funktionäre und Aktive eine große finanzielle Belastung. Viele Vereine verfügen über äußerst geringe Einnahmen und könnten ohne die Hilfestellung durch die Stadtgemeinde nicht existieren. Heuer erhalten die Sportvereine insgesamt knapp 45.000 Euro. Auch die traditionelle Sportlerehrung soll unter den geltenden Vorgaben heuer im Juni abgehalten werden. Dies richtet sich nach den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Covid-Bestimmungen.

Freiwillige Feuerwehr Apfelberg, Um- und Zubau Feuerwehrrüsthaus
Die Freiwillige Feuerwehr Apfelberg plant den Um- und Zubau des Feuerwehrrüsthauses in Apfelberg in Eigenregie. Zum bestehenden Sozialtrakt wird ein zweigeschoßiger Zubau errichtet. Ins Erdgeschoß kommen ein Jugendraum, eine abtrennbare Vergrößerung der Umkleide sowie eine Bekleidungskammer. Im Obergeschoss entstehen ein Büro und ein Archivraum. Die gesamten Baukosten inklusiver der Eigenleistungen der betragen voraussichtlich 253.200 Euro.

Allgemeine Sonderschule Knittelfeld – Fertigstellung der Brandschutzmaßnahmen
In der Allgemeinen Sonderschule wurden in den vorangegangenen Jahren diverse brandschutztechnische Mängel festgestellt. In einem Dreijahresplan hat man die Hauptarbeiten durchgeführt. Heuer sind noch Maler- und Tischlerarbeiten, Elektroinstallationen sowie Baumeisterarbeiten auszuführen.

Vergabe Bauprogramm 2021, Kanal, Wasser und Straße
Die Betriebe der Wasserwirtschaft, sowie der Städtische Bauhof/Straßenbau sanieren und bauen die vom Gemeinderat beschlossene Infrastruktur in und auf den im Bauprogramm 2021 festgelegten Gemeindestraßen. Insgesamt sind dafür Mittel in der Höhe von rund 1,48 Mio. Euro netto vorgesehen.
Kanalbauarbeiten
Die Sanierung von Kanälen werden in folgenden Bereichen durchgeführt: Finkenweg, Esperantostraße, Hautzenbichlstraße, Josef-Tomschik-Gasse, Giradiweg und Joseph-Haydn-Gasse. Die Baukosten betragen dafür 644.162 Euro netto.
Wasser
Die Sanierung von Wasserleitungen sind für folgende Bereiche geplant: Finkenweg, Esperantostraße, Hautzenbichlstraße, Josef-Tomschik-Gasse und Giradiweg. Die Baukosten betragen dafür 227.428 Euro netto.
Straßenbau
Die Aufzählung beinhaltet die Sanierung von Straßen und Gehsteigen in folgenden Bereichen: Finkenweg, Josef-Tomschik-Gasse, Giradiweg, Joseph-Haydn-Gasse, Floßmeistergasse, Griesweg, Hans-Resel-Gasse, Parkstraße und Teuffenbachgasse.
Der Straßenbau kommt auf gesamt 519.767 Euro netto.

Auch in der Kaufmanngasse wird gebaut, der Kanal kommt auf etwa 65.000 Euro, Wasser und Lichtwellenleiter auf 17.000 Euro.

Zubau Verwaltungsräumlichkeiten Bestattung und Errichtung einer Urnenmauer

Es ist geplant, heuer an die bestehenden Räumlichkeiten der Friedhofsverwaltung Verwaltungsräumlichkeiten für den künftigen Betrieb einer Bestattung anzubauen. Der Zubau umfasst eine Erschließungszone, drei Verwaltungsbüros mit Besprechungsmöglichkeiten, einen Kopier- und Abstellraum sowie einen Sarg- und Urnenausstellungsraum. Der Ausstellungsraum wird im Bereich der jetzigen Friedhofsverwaltung situiert. Hierfür wird im neu geplanten Zubau ein Ersatzbüro für die Friedhofsverwaltung geschaffen. Der Zubau ist mit über 421.000 Euro budgetiert.
Aufgrund des Neubaus des Verwaltungsgebäudes für die Bestattung ist es notwendig, eine bestehende Urnenmauer abzutragen und an einer anderen Stelle neu zu errichten. Diese soll 19.000 Euro kosten.

Umbau Verabschiedungshalle / Krematorium
Im Zuge der geplanten Errichtung von Verwaltungsräumlichkeiten für den künftigen Betrieb einer Bestattung, sollen auch die bestehenden Verabschiedungs- und Aufbahrungsräumlichkeiten auf Grund der langjährigen Nutzung einer umfassenden Sanierung unterzogen werden. Konkret soll sowohl die Aufbahrungshalle mit den Aufbahrungsnischen als auch die Verabschiedungshalle mittels Erneuerung und Sanierung sämtlicher Oberflächen, Einbau zusätzlicher Lichtquellen, Sanierung der technischen Einrichtungen (Beleuchtung, Beschallung usw.) an die zeitgemäßen Erforderlichkeiten angepasst werden. Auch ist geplant, im Bestand neben den Aufbahrungsnischen einen weiteren Privatverabschiedungsraum herzustellen. Es wird mit einem Kostenaufwand von rund 408.000 Euro gerechnet.

Ferienbetreuung - Kooperation Stadtgemeinde Knittelfeld, Büro KJF mit den Kinderfreunden Knittelfeld und dem Bunten Haus, „Diakonie De la tour“
Wie bereits im Vorjahr soll auch 2021 das Projekt „Ferienbetreuung während der Sommerferien“ – für 6 bis 12-Jährige, im Rahmen des Kindersommers vom Büro KJF in Kooperation mit dem Bunten Haus Diakonie De la Tour und den Kinderfreunden Knittelfeld umgesetzt werden. Das Konzept soll Eltern die Möglichkeit geben, kostengünstig während der Sommerferien, ihre Kinder in professionelle Betreuung zu geben. Die Betreuungskosten belaufen sich auf 40 Euro pro Woche und Kind. 20 Euro fördert die Stadtgemeinde, somit zahlen die Knittelfelder Eltern pro Kind 20 Euro pro Woche. Nicht inbegriffen ist das Mittagessen. Voriges Jahr wurden von 63 Kinder von der Stadtgemeinde gefördert.

Sommerzirkus – Kinder und Jugendaktion

In den Sommerferien soll gemeinsam mit „Alena’s International Showdance Academy“ ein Kinder- und Jugend-Sommerzirkus veranstaltet werden. Dieser wird 2 mal 3 Tage-Workshops und Training, zwei Vorstellungen am Abend für Eltern und Interessierte sowie zwei Jugendworkshops umfassen. Angeleitet von professionellen Zirkusartisten, Tanz- und Akrobatik-Coaches sollen die jungen TeilnehmerInnen sich an Luftakrobatik, Jonglage, Hip Hop, Zirkusakrobatik (Boden) usw. versuchen. Bei den abschließenden Zirkus-Shows kann das Erlernte präsentiert werden. Kinder und Jugendliche zahlen einen geringen Unkostenbeitrag. Bis zu 80 TeilnehmerInnen und 200 ZuseherInnen (je nach geltenden COVID-Bestimmungen) sollen am Projekt teilnehmen können. Die Entdeckung neuer Sportarten, die Förderung des Körpergefühls und die Stärkung des Selbstvertrauens stehen im Vordergrund des Projekts.


30.03.2021