Servicestelle Generation 50+ geschaffen

Martina Frei, Alexandra Köck (beide Zebra), Birgit Moosbrugger (Stadtgemeinde), Gemeinderätin Edith Pirker und BGM Harald Bergmann.

Im vergangenen Jahr setzte die Stadtgemeinde Knittelfeld gemeinsam mit ZEBRA, Interkulturelles Beratungs- und Therapiezentrum, mit ZUSAMMENBRINGEN! ein Angebot zur Förderung sozialer Teilhabe älter werdender Menschen um. Unterstützt wurde das Angebot aus Mitteln des Landes Steiermark.

Unabhängig von ländlichen oder städtischen Regionen sind älter werdende Menschen öfter und stärker von Einsamkeit betroffen. Im Rahmen von ZUSAMMENBRINGEN! wurden in einem ersten Schritt die Knittelfelderinnen und Knittelfelder über 60 Jahre mittels Befragung um ihre Meinung zum Angebot und zu Teilhabemöglichkeiten in der Stadtgemeinde gefragt. GRin Edith Pirker, Obfrau des Sozialausschusses, betont: „Es gibt eine große Palette an Veranstaltungen, darum bemühen wir uns in Knittelfeld sehr. Doch ob die Informationen auch bei den Zielgruppen ankommen bzw. ob das eine oder andere Angebot fehlt, war uns wichtig zu erfragen.“

Gelebte Bürgerbeteiligung
Rund 400 Personen folgten der Einladung und nahmen an der postalischen Befragung teil. Gelebte Bürgerbeteiligung ist Bürgermeister Harald Bergmann ein großes Anliegen: „Die demographische Entwicklung ist ein Thema, an dem wir nicht vorbeikommen. Dazu sind älter werdende Menschen ExpertInnen, die durch die Befragung zu Wort kommen konnten. Die Ergebnisse geben Aufschluss über die Lebenswirklichkeit und sind hilfreich für unsere Arbeit.“
Neben der Befragung und den persönlichen Gesprächen wurde die Expertise auch am Fachtag „ZUSAMMENBRINGEN! - Altern in Vielfalt“ deutlich: Die demographische Entwicklung führt dazu, dass die Bevölkerung älter und kulturell vielfältiger wird. Altersforscherin Vera Maria Gallistl von der Universität Wien zeichnete die Potentiale dieser Generationen nach. Im Anschluss an den Fachtag wurde in drei Online-Workshops nochmals genauer mit lokalen ExpertInnen und Betroffenen über Teilhabemöglichkeiten, Informationswege und Angebotspaletten diskutiert.
Alle Ergebnisse wurden gesammelt und in Handlungsempfehlungen der Stadt übermittelt. „Knittelfeld ist ein Gemeinschaftsprojekt aller in der Stadt lebenden Bürgerinnen und Bürger. Als Bürgermeister ist wichtig zu wissen, wie Bedürfnisse und Anliegen aussehen. Daher freue ich mich, dass nun ein oft genanntes Anliegen umgesetzt wird. Ab Mai 2021 wird es für ältere Menschen in Knittelfeld eine eigene Anlaufstelle im Rathaus geben“, so Harald Bergmann.

Servicestelle im Rathaus errichtet
Damit älteren Menschen ein niederschwelliger Zugang zu den vielfältigen Angeboten ermöglicht wird, wird es im Knittelfelder Rathaus die Servicestelle Generation 50+ geben. Sie ist ab Mai wöchentlich dienstags von 9.00 bis 12.00 Uhr und mittwochs von 14.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Bereits ab April gibt es unter 0664/800 47 222 telefonische Auskünfte und Informationen (dienstags 9.00 bis 14.00 Uhr; mittwochs 13.00 bis 16.00 Uhr).
Man wird sich dort Informationen und Unterstützung zu Angeboten in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Natur, Lebenswelt, Sport, Freizeit, Kultur, Ehrenamt und vieles mehr holen können.  Oder die BürgerInnen kommen einfach auf ein Gespräch vorbei, deponieren ihre Anliegen und Wünsche. Sie dürfen und sollen sich aber auch aktiv an der Ideenfindung, Planung und Umsetzung von Projekten zu den verschiedensten Themen in Knittelfeld beteiligen. Hier sind Menschen gefragt, die ihre vielfältigen Erfahrungen, Talente und alltäglichen Fähig- und Fertigkeiten zur Verfügung stellen. Daraus entstehen konkrete Angebote von und für BürgerInnen der Stadt Knittelfeld. Birgit Moosbrugger ist die Ansprechperson in der Servicestelle Generation 50+, sie freut sich wenn ältere Menschen persönlich vorbeikommen.

Konkrete Vorhaben
Es sind auch schon konkrete Vorhaben angedacht, vorausgesetzt Corona lässt es zu. Zum einen soll es eine „Ehrenamtmesse“ geben, wo sich Vereine oder Menschen, die Fähigkeiten einbringen, präsentieren können. Auch Vorträge und Konzertbesuche sollen stattfinden. Zum anderen gibt es eventuell Generationentreffen, bei dem sich Jugendliche und ältere Menschen austauschen können. Stadtteilspaziergänge oder gemeinsame Unternehmungen sollen das Angebot abrunden. Weitere Ideen sind bereits vorhanden.


31.03.2021