Mini Med - die Folgenabschätzung für die Corona-Pandemie

Einen interessanten Vortrag über die Pandemie und deren Gesundheitsfolgenabschätzung gab es bei der letzten Mini Med Veranstaltung im Knittelfelder Kulturhaus. Der Referent Dr. med.univ. Martin Sprenger, Leitung des Universitätslehrgangs Public Health, Med Uni Graz versuchte, den Zuhörern eine gesundheitsorientierte Perspektive auf die Pandemie näher zu bringen.

Die zentrale Botschaft des Vortrags war, dass alle Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verhältnismäßig seien und in Bezug auf ihre positiven und negativen gesundheitlichen Auswirkungen abgeschätzt werden müssen.
Der Public-Health-Experte sieht in der mangelhaften Berücksichtigung der sozialen Faktoren einen der größten Fehler in der Bewältigung der Coronavirus-Pandemie. „Das hat viele Schäden unnötig verstärkt, aber auch den Erfolg vieler Maßnahmen deutlich geschwächt“.
Konkret seien wohl viele Kinder und Jugendliche „mittel- und langfristig geschädigt“ worden. Natürlich seien viele auch ganz gut durch die Pandemie gekommen, aber in sozial prekären Verhältnissen seien mitunter „Biografien massiv beeinflusst worden“, etwa weil Schulkarrieren jetzt anderes und schlechter verlaufen oder weil sich die Rahmenbedingungen durch Arbeitslosigkeit der Eltern geändert hätten.
Niemand hat alles richtig gemacht. Aber genau darum braucht es verlässliche Daten, die mehr über die Nebenwirkungen der Pandemie sagen. Es braucht klar verständliche Ziele und diese müssen spezifisch, klar definiert und mit einem konkreten Zeithorizont versehen sein. Aber irgendwann geht jede Pandemie zu Ende, aber die Impfstoffe stimmen optimistisch.


04.10.2021