Was, wann, wo in Knittelfeld?

November 2019
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Evangelische Kirche

Neben der römisch katholischen Kirche hat sich wie vorher beschrieben, die evangelische Kirche A. B. in Knittelfeld zur Pfarrgemeinde entwickelt. Sie war ursprünglich durch das Protestantenpatent 1861 relativ gesetzlich als Korporation (lat. corpus=Körper, Körperschaft) anerkannt und damit die Parität (lat. paritas=Gleichheit) mit der römisch katholischen Kirche hergestellt. Mit dem Protestantengesetz 1961, BGBl. Nr. 182/1961 wurde die „evangelische Kirche“ völlig gesetzlich anerkannt:  

„§1. (1) Verfassungsbestimmung. Die Evangelische Kirche Augsburgischen und Helvetischen Bekenntnisses in Österreich sowie die in dieser zusammengeschlossene Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Österreich und die Evangelische Kirche Helvetischen Bekenntnisses in Österreich – im Folgenden sämtliche „Evangelische Kirche“ genannt – sind gesetzlich anerkannte Kirchen im Sinne des Artikels 15 des Staatsgrundgesetzes vom 21. Dezember 1867, RGBl. Nr. 142, über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger.“
Zur Evangelischen Kirche A.B. bekennen sich 4,74% der Knittelfelder.

Am 18. Oktober 1936, war die evangelische Kirche in der Parkstraße eingeweiht worden. Davor fanden die gottesdienstlichen Veranstaltungen in der ehemaligen Turnhalle der Kärntnerschule und vor allem im Gemeinderats-Sitzungssaal statt. Durch die wachsende Anzahl an evangelischen Gläubigen (am 1. Mai 1935 waren es 2.300) waren die Räumlichkeiten zu klein geworden und man legte den Grundstein für den Kirchenbau. Mit knappen Geldmitteln konnte der Bau so fertig gestellt werden, dass am 18. Oktober 1936 die Einweihung stattfand. Unmittelbar an das schlichte, einfache Gotteshaus waren Räumlichkeiten für den evangelischen Kindergarten angebaut. Dieser wurde nach dem Zweiten Weltkrieg geschlossen. Der Zweite Weltkrieg verschonte auch die Bekennerkirche nicht. Es kam zwar zu keinen Beschädigungen durch Bomben, doch die beiden Glocken sowie das Kupferblechdach des Turms wurden für Kriegszwecke abgenommen. Mehr als zehn Jahre musste die Kirche ohne Geläut auskommen. 1957 wurden dann drei Glocken geweiht und am Turm aufgezogen. Bei der Außenrenovierung 2003 wurde das Kreuz an der Vorder- und Rückseite der Fassade bunt gestaltet. 2004 hat man die fünf Rundbogenfenster mit Glasmalerei versehen. 2011 hat der Zeltweger Künstler Manfred Merl den Altar neu gestaltet sowie die ursprüngliche Heizanlage verkleidet und mit den Zehn Geboten versehen. Als Geschenk der Stadtgemeinde zum 75er erhielt die Kirche eine historische Haustafel.