Gute Nachrichten zum LKH Knittelfeld

Entgegen den zahlreichen Gerüchten und Medienberichte der vergangenen Wochen und Monate, kann nun Entwarnung gegeben werden. Eine Schließung des LKH Knittelfeld stand nie und steht nach wie vor nicht im Raum. So wird die Notfallversorgung weiterhin für 24 Stunden am Tag, für sieben Tage die Woche, gewährleistet sein. Auch die Intensivstation wird es weiterhin geben.

Bürgermeister DI (FH) Harald Bergmann: „Uns allen liegt die Gesundheitsversorgung der Region aber vor allem das Krankenhaus Knittelfeld sehr am Herzen.“ Er selbst war überwältigt von der Menge an BesucherInnen, dies zeigt, wie wichtig das Thema für die Bevölkerung ist.

Die KAGes-Spitze und das Direktorium des LKH Murtal nahmen am Infoabend der Stadtgemeinde Knittelfeld teil, wo über die Zukunft des LKH Murtal, Standort Knittelfeld informiert wurde. Am Podium waren der Aufsichtsratsvorsitzende Günter Dörflinger, MBA, der Vorstandsvorsitzende Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhard Stark, der Ärztliche Direktor Prim. Dr. Michael Jagoditsch, die Betriebsdirektorin Sabine Reiterer, MSc, MBA und der Pflegedirektor Harald Tockner, MBA vertreten.

Im Zuge der Veranstaltung überbrachte der Sprecher des LKH Murtal, Prim. Michael Jagoditsch positive Nachrichten, sprach aber auch aktuelle Herausforderungen an: „Wir haben in den letzten Wochen einige Maßnahmen umgesetzt, um die aktuelle Situation in Knittelfeld zu entschärfen. Man muss sich aber schon vor Augen halten, dass sich die Medizin in einem Wandel befindet. So haben sich zum Beispiel einige Behandlungen durch den medizinischen und technischen Fortschritt in den ambulanten Bereich verlagert. Der fachärztliche Ressourcenmangel ist kein regionales, sondern ein europaweites Problem. Diese Entwicklungen können wir leider nicht aufhalten. Wir können aber versichern, dass wir alles uns Mögliche zur Attraktivierung unserer Standorte tun werden, um neue Mitarbeiter*innen zu gewinnen und unsere Patient*innen weiterhin optimal versorgen zu können.“

Die ersten umgesetzten Maßnahmen tragen bereits Früchte, weitere sollen folgen. Erfreulich ist, dass an der Abteilung für Innere Medizin neue Mitarbeiter*innen im ärztlichen Bereich gewonnen werden konnten. Auch die intensivmedizinische Betreuung bleibt durch Kooperationen innerhalb des Verbundes und mit benachbarten LKHs aufrecht. Um die Notfallversorgung brauchen sich die Bürger*innen ebenso keine Sorgen machen, denn diese ist am Standort Knittelfeld jederzeit möglich wie auch der Besuch der Ambulanz.

Aktuell stehen an der Abteilung für Innere Medizin 60 Betten zur Verfügung. In den letzten Jahren lag die durchschnittliche Auslastung bei circa 75%, das bedeutet, dass die aktuelle Bettenanzahl derzeit ausreichen wird, wobei das Direktorium des LKH Murtal und die KAGes Spitze eine Erhöhung der Bettenanzahl anstreben.

Feststeht der Ärztemangel ist nicht nur ein Problem in Knittelfeld, sondern quer durch Österreich und betrifft auch das Ausland wie Deutschland, Frankreich oder etwa Ungarn. Dennoch hat Österreich die höchste Ärztedichte Europas. Auf 100.000 EinwohnerInnen kommen 532 ÄrztInnen (2019). Ein weiterer Punkt ist natürlich, dass man bei Fachärzten zum Teil schwer Termine bekommt. Somit weichen viele PatientInnen auf die Ambulanz aus.

Allgemeine Informationen zum LKH Murtal
Das LKH Murtal gehört zu den sieben Leitspitälern des Landes Steiermark und umfasst seit 2018 die Standorte Judenburg, Knittelfeld und Stolzalpe. Unter dem Motto: „Menschen helfen Menschen“ fokussiert sich das Krankenhaus auf ein patientenorientiertes und qualitativ hochwertiges Angebot, wo die respektvolle Behandlung des Menschen und seine Gesundheit im Mittelpunkt jeglichen Tuns stehen. Unterschiedliche medizinische Fachdisziplinen in einer modernen Infrastruktur, unterstützt durch permanente Qualitätskontrollen gewährleisten eine optimale Versorgung in den Bezirken Murau und Murtal. Das LKH Murtal zählt mit 1.426 Mitarbeiter*innen zu den größten Arbeitgebern der Region und wird von einem Direktorium geleitet und organisiert, das im Auftrag der Steiermärkischen Krankenanstaltenges.m.b.H. arbeitet. Zudem fungiert es als Lehrkrankenhaus der medizinischen Universitäten Graz und Wien.

Fragen aus dem Publikum

Das zahlreich erschienene Publikum hatte die Möglichkeit Fragen an das Podium zu stellen und diese wurde auch gut genutzt. Dabei wurde festgehalten, dass die Reduktion der Betten nur vorübergehend ist. Wenn mehr ÄrztInnen gefunden werden, wird auch Anzahl der Betten wieder angehoben. Die Zuhörer wünschten sich, dass das ärztliche System nicht wie ein Wirtschaftsbetrieb gesehen wird und dass die Bereitstellung von finanziellen Mitteln den Wert der Gesundheit widerspiegeln sollte.


23.11.2022